Waldlandwirtschaft

»Es gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.« Friedrich Hebbel

Wir verstehen darunter, die Landschaft soweit wie möglich mit hoch aufwachsenden Vegetationselementen zu schließen. Dazu nutzen wir die unter „Kurzumtriebsheckensysteme“ beschriebenen Strukturen. Daneben haben wir Waldzellen angelegt oder ausgesuchte Bereiche  weiter durch Baumbewuchs verdichtet.

Unser kleiner Auenwald entlang eines Fliesses ist sich selbst überlassen und zeigt selbst bei ausbleibender Überflutung  ausgeprägte  Blütenhorizonte, die im Frühjahr mit einem Anemonen-Scharbockskraut - Teppich beginnen. Der Baumbestand verkörpert eine Hartholzaue. Zudem sind Sommerlinden im Bestand enthalten, die unter unserer besonderen Obhut stehen.

Durch diese Politik verlieren unsere Flächen ihre Maschinenkompatibilität. Die Handarbeit nimmt zu oder kleinere Hilfsgeräte kommen zum Einsatz. Erdbeeren wachsen bei uns in einem Übergangsbiotop (Ökoton). Wir haben eine Waldkante nachempfunden. Drei bis acht Meter hohe Pappeln bilden eine Wärmebremse. Die Erdbeeren sind davor gepflanzt worden, so daß in Verbindung mit der südexponierte Lage die warme Luft an den Pappeln aufsteigen kann.

Je nach Wasserangebot erfährt die Luft im Aufwärtstrend eine Abkühlung durch die  Verdunstung über die Blattoberfläche. Wichtig ist es, die Erdbeeren mindestens sechs Jahre im Boden zu lassen, so der derzeitige Stand. Änderungen aus unseren Erfahrungen werden hier aktualisiert.

Die Beerenpflanzen werden in Hackschnitzel gesetzt. Die Hackschnitzel sind mit Mist durchsetzt und werden nochmals dünn mit Hackschnitzel pur überzogen. Später, wenn diese verbraucht sind durch Oxidation, wird Mist einfach oben drauf gegeben und wiederum mit Hackschnitzeln abgedeckt.

Die „Erdbeerbüsche“, sie werden sehr groß, tragen zwischen 60 -130 Beeren pro Pflanzstelle. Wir haben auf 20 qm durchschnittlich 35 - 40 kg Beeren geerntet. Zu dieser Ernte kommen eine Vielzahl von Speisepilzen, die zwischen den Erdbeerpflanzen wachsen.

Graufäule ist unbekannt.

Die Vorteile dieser Form zu wirtschaften sind bekannt und sollen hier nicht diskutiert werden, doch was hervor gehoben werden muß, sind die gewaltigen Erträge gegenüber konventionellen Bewirtschaftungsformen.